Deutsch
Ελληνικά
15.10.2012 22:12 Alter: 6 yrs

Grußwort bei der Eröffnung der 43. Priestertagung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland

Metropolit Augoustinos von Deutschland


(Herten, 15. Oktober 2012)

 

 

Verehrte, liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,

liebe ökumenische Gäste, 

lieber Herr Generalkonsul,

lieber Herr Bürgermeister,

meine Damen und Herren!

 

Im fünfzigsten Jahr ihres Bestehens veranstaltet die Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland ihre alljährliche Priestertagung. Wie immer versuchen wir den Tagungsort in eine andere Region Deutschlands zu legen, um nicht nur unsere pastorale Verantwortung für das ganze Land, das unsere zweite Heimat geworden ist, zu dokumentieren, sondern auch um die Gemeinden vor Ort kennenzulernen, wie heute Abend hier in Herten in dieser schönen Kirche und lebendigen Kirchengemeinde.

 

Wie immer haben wir unsere Priestertagung mit dem abendlichen Lobpreis des dreieinigen Gottes begonnen. Wie immer haben wir dankbar die Grußworte unserer ökumenischen Schwesterkirchen und der Vertreter der staatlichen Partner unserer Metropolie gehört. Und wie immer haben wir einen exzellenten Gastredner eingeladen, in diesem Jahr ist es  Metropolit Chrysostomos von Messinia, den ich ganz besonders begrüße.

 

Alles wie immer also?

 

Nein, denn in diesem Jahr haben wir uns im akademischen Teil unserer Priestertagung ein wahrhaft akademisches Thema ausgesucht. Vereinfacht könnte man sagen, es geht um das, was Grund und Ursache unseres Verhaltens in der Kirche ist. Wenn dieses unser Verhalten in der Kirche die eine Seite der Medaille ist, ist das φρόνημα die andere, das also was dieses Verhalten begründet. So zumindest definieren die Kirchenväter diesen Begriff. Wenn ich „Verhalten in der Kirche“ sage, meine ich damit nicht, wie wir uns in der Kirche benehmen sollen oder was wir in der Kirche dürfen und nicht dürfen. (Auch das wäre durchaus ein reizvolles Thema für eine Priestertagung...). Nein, es geht vielmehr darum, wie wir uns zur Kirche als Größe verhalten. Denn das ist ein unbestrittenes Merkmal der Orthodoxie, dass die Kirche ein besonders wichtiger Parameter des gläubigen – und ich würde sagen: sogar des ungläubigen! – Menschen darstellt. Vom im Singular gesprochenen Taufbekenntnis „Ich glaube an den einen Gott“ zum kollektiv gebeteten „»Dich loben wir, Dich preisen wir, Dir danken wir, o Herr, und beten zu Dir, unserm Gott« der Göttlichen Liturgie gibt es jenen Spannungsbogen, den wir unter dem Begriff des kirchlichen φρόνημα zusammengefasst haben. Diesen Übergang vom individuellen Glauben zum kollektiven Denken und Handeln wollen wir auf unserer diesjährigen Priestertagung besprechen. Ohne ihren Ergebnissen vorgreifen zu wollen, sind wir uns bewusst, dass es sich um ein Thema handelt, das Konsequenzen für unser innerkirchliches Tun und unsere Haltung nach außen hat. Es ist also Standortbestimmung und Grundlagenforschung zugleich und betrifft wirklich alle Aspekte unseres pastoralen Dienstes. Und natürlich ist eine Priestertagung kein Exerzitientag, aber letztendlich hinterfragt eine Beschäftigung mit diesem φρόνημα auch den persönlichen Glauben eines jeden einzelnen von uns.

 

Ich bin deshalb gespannt auf die Arbeit unserer Tagung und freue mich auf unser Miteinander. Ganz persönlich gesagt sind diese Tage im Jahr für mich als „pastor pastorum“ ein immer wiederkehrender Höhepunkt meines langjährigen Dienstes in unserer Metropolie, da sie mir die Möglichkeit der Begegnung „von Angesicht zu Angesicht“ (πρόσωπον προς πρόσωπον) mit Ihnen allen geben. Mein Dank gilt deshalb allen, die unsere Priestertagung vorbereitet haben. Und ein besonderer Dank gilt Vater Apostolos und seiner Frau, sowie allen treuen Helferinnen und Helfern, die uns heute abend hier empfangen. 

 

Die 43. Priestertagung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland ist hiermit eröffnet!