Deutsch
Ελληνικά
22.08.2013 22:32 Alter: 6 yrs

Kurzpredigt bei der Göttlichen Liturgie zum Evangelium Mt 4, 18-23

BISCHOF BARTHOLOMAIOS VON ARIANZ


am 7. Juli 2013  

Nachfolge Christi – darum geht es im heutigen Evangelium. Unser Herr, liebe Gemeinde, sagt es wort-wörtlich: „Kommt her, folgt mir nach!“ Und er gibt seinen zukünftigen Jüngern auch ein Ziel, das sie mit dieser Nachfolge erreichen sollen: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen!“ Er sagt dies bekanntlich zu Menschen, die von Beruf Fischer sind. Ihr seid Fischer und jetzt werdet ihr Menschenfischer! Ihr werdet das tun, was ihr könnt, was ihr gelernt habt, was ihr immer tut. Aber: ihr werdet es mit anderen Mitteln und mit einer neuen Perspektive tun. Und mit neuen Ergebnissen: Nicht mehr Fische, sondern Menschen!

Wenn wir dieses Evangelium heute lesen und hören, gilt dieser Ruf unseres Herrn natürlich auch uns, an einen jeden einzelnen von uns. Jesus Christus spricht zu uns: Ich möchte, dass ihr das tut, was ihr könnt, wozu ihr begabt seid. Aber ihr tut es nicht mehr, wie jene, die keine Hoffnung haben, sondern ihr tut es in der Perspektive derer, die getauft sind und Glieder der Kirche sind. Ein jeder von uns ist aufgerufen, da wo er oder sie lebt, Menschenfischer zu sein. Und das ist nicht abwertend gemeint. Es geht nicht darum, jemanden zu „erbeuten“, abzuwerben oder zu überreden. Wir sollen vielmehr durch unser Leben selbst, nicht durch viele Worte, andere gewinnen. Die Kirche Jesu Christi ist so überzeugend wie ihre einzelnen Mitglieder überzeugend sind. Und das beste Zeugnis, das wir vor den Anderen und uns selbst ablegen können, ist das glaubwürdige Leben, das wir führen. Wie gesagt: dazu bedarf es nicht vieler Worte, ja, auch die hohe Theologie ist hier nicht gefragt. Die Jünger Jesu, Petrus und Andreas und die Söhne des Zebedäus, waren keine Theologen in dem heute vielfach verwendeten Sinne. In der orthodoxen Tradition bezeichnet man aber den als Theologen, der Gott schaut, der mit Gott spricht, also zu ihm betet, mit ihm in Gemeinschaft tritt.

Das haben die Jünger Christi erfahren dürfen durch diese Begegnung am „See von Galiläa“. Und am Ende ihrer Zeit mit Jesus Christus, nach dem Weg mit ihm durch das Heilige Land, nach seinem Leiden, seinem Tod und seiner Auferstehung, steht – wie eine Fortsetzung oder Vollendung dieser ersten Worte Jesu an sie der Befehl: „Gehet hin, machet zu Jüngern alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Aus den Jüngern werden Apostel, Gesandte! Und weil dieser Befehl dann auch uns gilt, dürfen wir die Kirche im Glaubensbekenntnis von Nikäa-Konstantinopel auch als „apostolisch“ bezeichnen. Denn Nachfolge ist nie etwas, was man für sich behält. Man gibt sie weiter! Das ist der Auftrag unseres Herrn an die Jünger! Und das ist sein Auftrag auch an uns! Amen.