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10.11.2015 17:50 Alter: 4 yrs

Grußwort bei der Eröffnung der 46. Priestertagung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland München, 3. November 2015

Metropolit Augoustinos von Deutschland


Eminenzen, Exzellenzen, 

sehr verehrte Väter,

sehr geehrter Herr Generalsekretär des griechischen Bildungsministeriums,

sehr geehrte Frau Generalkonsulin, 

sehr geehrter Vertreter der Landeshauptstadt München,

sehr geehrte Gäste aus der Ökumene,

liebe Schwestern und Brüder!

 

Es ist bereits die 46. Priestertagung unserer Metropolie, die zu eröffnen ich heute die Ehre und Freude habe. Unsere Tagungen finden üblicherweise im Herbst eines jeden Jahres statt und sind Tage theologischer Weiterbildung für unsere Kleriker sowie der gemeinsamen Beschäftigung mit den Fragen unseres beruflichen, aber auch unseres geistlichen Lebens. Von den 45 vergangenen Priestertagungen sticht allerdings die letzte, die im Mai 2014 in Frankfurt abgehalten wurde, heraus. Sie fand nämlich in Anwesenheit Seiner Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios statt, der uns in der Kirche des Hl. Georgios in Frankfurt eine bemerkenswerte Vorlesung über den priesterlichen Dienst hielt. Dies war und bleibt eine Sternstunde in der Geschichte unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland.

In diesem Jahr sind wir wieder in München, sozusagen heimgekommen in die „orthodoxeste Stadt Deutschlands“, in der wir bereits mehrmals tagen durften. Ich nenne München so, nicht nur wegen der Vielzahl und Vielfalt der orthodoxen Kirchengemeinden in der bayerischen Landeshauptstadt, sondern auch wegen unserer Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, die in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen feiert und übrigens auch das Wintersemester 2015/2016 mit uns gemeinsam eröffnen wird.

Das Thema unserer diesjährigen Priestertagung ist das Große und Heilige Konzil der Orthodoxen Kirche, das im Frühsommer des kommenden Jahres in Konstantinopel stattfinden soll. Es wird das Ergebnis eines jahrzehntelangen Vorbereitungsprozesses sein, der das Miteinander der verschiedenen autokephalen Landeskirchen koordiniert und inspiriert hat. Seit den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts ist dieser konziliare Prozess im Gang und soll nun seinen Höhepunkt am orthodoxen Pfingstfest des laufenden Kirchenjahres finden. Es ist also ein tatsächliches kirchengeschichtliches Ereignis, das in der Kirche des Friedens Gottes (AGIA EIRINI), am Ort wo bereits das II. Ökumenische Konzil abgehalten wurde, stattfinden wird. Und es ist eine ganz besondere Ehre für uns, dass der Leiter der Panorthodoxen Vorbereitungskommission, Metropolit Ioannis Zizioulas  von Pergamon, welcher die Delegation des Ökumenischen Patriarchates bei der Vorbereitung des Großen und Heiligen Konzils leitet, uns aus erster Hand - und wie immer kompetent und belesen - darüber berichten wird. Metropolit Ioannis, dessen theologisches Wirken weltweit bekannt ist, wird morgen mit der Ehrendoktorwürde des Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie geehrt werden und die Geistlichen unserer Metropolie sind sicherlich wie ich auf diesen großen akademischen und ökumenischen Moment gespannt. 

Lassen Sie mich meine Ausführungen mit folgendem Gedanken beenden: während wir das Ereignis, das im nächsten Jahr in Konstantinopel stattfinden wird, im Griechischen mit dem Wort SYNODOS bezeichnen, sind die deutschsprachigen Berichterstatter sich nicht einig, ob sie lieber von einer „Synode“ oder von einem „Konzil“ sprechen sollen. Ich selbst gebe im Deutschen dem Wort „Konzil“ den Vorrang, um den Unterschied zu den ständig stattfindenden Synoden der einzelnen autokephalen Kirchen und natürlich auch des Ökumenischen Patriarchats hervorzuheben. Denn es ist wirklich etwas Außergewöhnliches und Außerordentliches, was im Juni stattfinden soll. 

Und gleichzeitig ist auch das Wort Synode, das man mit „gemeinsam auf dem Weg“ (Syn-odos) wiedergeben könnte, kennzeichnend für unsere heutige Situation als orthodoxe Christen.

Auf diesem gemeinsamen Weg grüße und begrüße ich alle unsere Gäste heute Abend und sage die schon traditionellen Worte:

Die 46. Priestertagung der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland ist hiermit eröffnet.