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18.10.2011 23:00 Alter: 8 yrs

Grußwort bei der Verleihung des Goldkreuzes an Herrn Bürgermeister Herbert Napp

Metropolit Augoustinos von Deutschland Exarch von Zentraleuropa (Neuss, 17. Oktober 2011)


Liebe Festversammlung,

 

auf Vorschlag unseres Neusser Pfarrers, Erzpriester Panagiotis Tsoubaklis hat der Metropolitanrat unserer Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Exarchat von Zentraleuropa, beschlossen, Herrn Bürgermeister Herbert Napp das goldene Kreuz erster Klasse unserer Metropolie zu verleihen.

 

Diese Ehrung, lieber Herr Napp, erfolgt in Anbetracht Ihrer tatkräftigen Unterstützung der Belange unserer Neusser Kirchengemeinde. Im entsprechenden Beschluss ist des Weiteren von Ihrem Beitrag zur örtlichen kulturellen Landschaft und vom innerchristlichen bzw. interreligiösen Dialog die Rede.

 

Es gibt in der deutschen Sprache das schöne Wort „Zungenbrecher“. Zungenbrecher gibt es aber auch im Griechischen. Einen habe ich Ihnen heute mitgebracht. Er lautet folgendermaßen: τιμντες τν τιμώμενον τιμμεν τν τιμντα. Was bedeutet dieser Satz? Man könnte ihn so wiedergeben: „indem wir den Geehrten ehren, ehren wir den, der uns Ehre erwiesen hat.“ Und dieser Satz trifft genau auf Sie zu, lieber Herr Bürgermeister! Sie haben in den 13 Jahren als Bürgermeister dieser schönen Stadt Neuss die vielfältigen Bemühungen unserer Kirchengemeinde zur Integration ihrer Mitglieder in die deutsche Gesellschaft erkannt und mit ganzer Kraft und leidenschaftlichem Engagement unterstützt. Da ich Ihre Bescheidenheit kenne, weiß ich, dass Sie nun sagen wollen, das sei eine Selbstverständlichkeit. Als orthodoxer Metropolit dieses Landes, der seit etwa fünf Jahrzehnten hier lebt und arbeitet, bin ich gezwungen zu antworten. Sie mögen Recht haben, aber viele Menschen haben dies (noch) nicht erkannt. Und ich weiß, dass Ihre Einstellung und Ihr Handeln von unserer Kirchengemeinde in Neuss deshalb mit besonderer Dankbarkeit betrachtet wird. Die heutige Ehrung stellt somit ein kleines, aber herzliches Dankeschön für alle Ihre Mühen dar. Und last but not least betrachte ich es auch als ein Geburtstagsgeschenk zu Ihrem 65. Geburtstag, den Sie vorgestern feiern durften. Auch aus diesem Anlass beglückwünsche ich Sie nachträglich und wünsche Ihnen und Ihrer Familie Gottes reichen Segen, Gesundheit an Leib und Seele.

 

Wer ein Goldkreuz bekommt, weiß: da steckt beides drin. Zum einen das Gold, das die bereits erwähnte Ehrung zum Ausdruck bringt. Und zum Anderen: das Kreuz, das für uns Christen immer auch für Aufopferung, Anstrengung und Mühe statt. Weil aber die Orthodoxen Kreuz und Auferstehung zusammengehören, singen wir an jedem Sonntag: „siehe, durch das Kreuz ist Freude in die ganze Welt gekommen!“

 

So hoffe ich, dass Ihnen dieses Kreuz ein wenig österliche Freude in Ihr Leben bringt. Vielen Dank.