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24.11.2011 14:11 Alter: 8 yrs

Antwort bei der Ehrung durch die Griechische Akademie

Metropolit Augoustinos von Deutschland Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (18. November 2011)


Sehr geehrter, lieber Herr Kardinal,
sehr geehrter Herr Professor Fthenakis,
verehrte Mitbrüder im geistlichen Dienst,
meine Damen und Herren!

«Es irrt, wer glaubt im Süden wüchsen nur Zitronen; es gedeiht, im. Gegenteil seit Jahrhunderten dort auch der Wunsch, sich mit dem Norden kritisch auseinanderzusetzen.» Mit diesen Worten eröffnete Reiner Speck am 8. Juni 1997 eine Ausstellung von Jannis Kounellis in Köln.

Keine Angst: nach all den lobenden Worten über meine Person möchte ich mir nicht auch noch die Eigenschaft eines Künstlers zuschreiben. Was mich mit Kounellis verbindet, der zwei Jahre älter ist als ich, ist vielmehr die Tatsache, dass wir seit über fünfzig Jahren außerhalb unserer griechischen Heimat leben; er in Italien, ich in Deutschland. Und natürlich fand und findet in dieser Zeit bei uns beiden eine kritische Auseinandersetzung mit der Wahlheimat statt.

Was mich betrifft, ist diese Auseinandersetzung zunehmend von zwei Empfindungen geprägt: zum einen ist es eine wachsende Hochachtung und Wertschätzung der Kultur und des – wie die Griechen sagen – Ethos dieses Landes. So habe ich zum anderen, was meine eigene Identität betrifft, immer mehr die Überzeugung gewonnen, ein europäischer Christ oder ein christlicher Europäer zu sein. Ich bin der Meinung, dass dies für mich zwei Seiten derselben Medaille sind. Natürlich habe ich nie meine Wurzeln und meine Herkunft verleugnet. Und gleichzeitig hat mein jahrzehntelanger Aufenthalt im Westen mich sozusagen zu einem Brückenmenschen werden lassen, dem beide Ufer wichtig sind und Halt bieten. In diesem Sinne verstehe ich auch Ihre heutige Ehrung, für die ich Ihnen von Herzen danke. Sie ist – ebenso wie die überaus freundlichen Worte des Herrn Kardinals – Ansporn und Ermutigung, auf diesem Weg weiterzugehen, gemeinsam mit vielen Mitstreitern, ohne die meine Arbeit gar nicht möglich wäre. Einige von ihnen sind heute hier anwesend, auch dafür danke ich.

Für Sie alle und für Ihre Arbeit erbitte ich Gottes reichen Segen. Vielen Dank!